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Von einer Frühgeburt spricht man, wenn das Kind vor Vollendung von 37 Schwangerschaftswochen geboren wurde oder bei der Geburt weniger als 2500 g wog.
Frühgeburten treten in etwas bei 6-8 % der Geburten ein und bedeuten je nach Schwangerschaftswoche, Reife und Gewicht des Neugeborenen unterschiedliche Anforderungen und Risiken.  Die modernen medizinischen Maßnahmen haben die Chancen einer gesunden Entwicklung des unreifen Babys deutlich verbessert, obwohl es jeweils vom Einzelfall abhängt, ob und wieweit dies gelingt.

Eine Frühgeburt bedeutet sowohl für das neugeborene Kind als auch die Eltern und Geschwister einen großen Einschnitt und viele Veränderungen.

Frühgeborene Kinder, auch Frühchen genannt, können – je nachdem, wie viele Wochen sie zu früh zur Welt kamen – nur bedingt oder gar nicht selbst atmen, trinken oder die Körpertemperatur aufrechterhalten. Eine Frühgeburt bedeutet eine große Belastung für das Neugeborene. Statt im Leib der Mutter in Ruhe auszureifen, liegt das Baby nun auf einem Wärmebett. Deshalb muss das unreif geborene Kind so rasch wie möglich intensivmedizinisch betreut und meist in einem Brutkasten weiter versorgt. Solange Frühgeborene noch nicht selbst trinken können, werden sie über eine Magensonde oder durch Infusionen ernährt. Häufig sind verschiedene Operationen für das Überleben des Frühchens nötig.

Auch für Mütter und Väter ist diese unvorhersehbare Situation sehr schwierig. Die Zeit nach der Frühgeburt gerät oft zu einer sorgenvollen Phase zwischen Hoffen und Bangen und dem sich hilflos und ausgeliefert fühlen angesichts der medizinischen Abläufe. Dennoch können Sie als Eltern sehr viel für ihr Kind tun. Sie können ihm Geborgenheit durch körperliche Nähe und liebevolle Zuwendung vermitteln und damit zu einer guten Entwicklung beitragen.

Unterstützende Angebote in der Klinik und in der Nachsorge

In aller Regel betreuen Fachkräfte aus Kinderkrankenpflege, Medizin und Geburtshilfe die Eltern schon während der Zeit, die das Kind auf einer Station für Neugeborene (Neonatologie) verbringen muss. 

Eine wertvolle Unterstützung in der ersten Zeit zu Hause ist die Begleitung durch eine Hebamme und / oder eine Kinderkrankenschwester.  Auch kann Haushaltshilfe in Anspruch genommen werden. Die Krankenkassen übernehmen diese Kosten, wenn ein ärztliches Attest vorliegt. In der häuslichen Nachsorge bekommen Eltern zudem Anleitung zur Betreuung und Pflege ihres Kindes, damit sie Sicherheit und Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten gewinnen.

Nachsorgeeinrichtungen

Frühförderung

Als Folge einer zu frühen Geburt können Entwicklungsverzögerungen oder -störungen auftreten, die sich zum Teil erst später bemerkbar machen. Zögern Sie nicht, dies bei ihrem Kinderarzt oder ihrer Nachsorgeeinrichtung anzusprechen und gemeinsam nach den geeigneten Fördermöglichkeiten zu suchen.

Fachleute helfen, Symptome möglicher Entwicklungsstörungen richtig zu interpretieren und angemessen zu behandeln.Je früher mögliche Spätfolgen erkannt werden, desto eher können Handicaps ganz oder teilweise ausgeglichen werden. Deshalb ist es wichtig, die Entwicklung eines früh geborenen Kindes bis weit in die Schulzeit hinein genau zu beobachten.